9 essentielle Ereignisse einer nicht ganz normalen Kleinejungenkindheit.

(Auf 10 komme ich leider nicht, aber die 9 sind schon schlimm aussagekräftig genug.)

1. Ich habe in Italien mal Ziegenköttel gegessen, weil mir erzählt wurde, das seien Bonbons. Ich habe nicht gekotzt.

2. Ich habe mal gebratene Hühnerherzen gegessen, weil mir meine Mutter erzählte, das seien Pilze. Auf die Frage, warum die Pilze so zäh seinen, bekam ich als Antwort nur ein fieses Grinsen.

3. Ich habe ein Faible für Katzenmilchdrops gehabt, und diese lieber gegessen, als beispielsweise Gummibärchen. Sehr zum Leidwesen unserer Katzen.

4. Ich habe unsere Schildkröte in den Backofen gesteckt, weil ich die Tatsache, daß sie sich ständig in ihren Panzer verkroch, auf Kälteempfinden zurückführte. Den Ausruf “Papa, Max stinkt!” nimmt mir mein Vater wahrscheinlich immer noch übel.

5. Mit dem Einzug des VHS-Rekorders in den Haushalt meiner Eltern ist es mir als kleiner Junge nicht erspart geblieben, die damaligen Lieblingsfilme meiner Mutter (Muttertag, Ein Zombie hängt am Glockenseil, Nackt und zerfleischt, etc.) aus dem Off mitzubekommen. Ich hatte damit jedoch keine Probleme, und kann mich auch nicht entsinnen, daß diese Filme mich nachhaltig beeinflusst hätten.

6. Ich habe in unserem damaligen Garten meine Plüsch-Ernie und Bert-Figuren vergraben, in der Annahme, man könne sie so zum Leben erwecken. Die beiden sind nie wieder aufgetaucht. Wie ich auf die Idee kam, ist mir irgendwie ein Rätsel.

7. Ich habe aus Lego kleine Särge für lebendig gefangene Stubenfliegen gebaut, und diese dann im Garten vergraben. Mir war durchaus bewusst, was ich da tat.

8. Ich habe eine heißgeliebte Action-Man-Figur mitsamt selbstgebasteltem Alditütensicherheitsfallschirm aus dem 13. Stockwerk eines Schwesternwohnheimes in Düsseldrof Gerresheim geworfen. Ich habe mich im nachhinein gewundert, daß diese Figuren aus so vielen Kleinteilen bestehen. Ich besaß daraufhin nie wieder Action-Man-Spielzeug.

9. Ich habe meine Kinderzimmerschrankwand so präpariert, daß alle Bücher und größeren Gegenstände mit einem Bindfaden verzurrt waren. Dieser Bindfaden reichte bis auf den Boden. Manchmal habe ich mich mit einem Bauarbeiterhelm, den mir mein Vater geschenkt hatte, an die Schrankwand gelehnt und auf den Boden gesetzt, und an dem Faden gezogen.


 
 
 

28 Kommentare zu “9 essentielle Ereignisse einer nicht ganz normalen Kleinejungenkindheit.”

  1. holgi
    11. Mai 2005 um 07:51

    Ist dir 6. wirklich ein Rätsel? Trotz 5.?

  2. Jochen
    11. Mai 2005 um 07:57

    Die neun: Pures Gold, das hab ich so mit 9-10 Jahren auch gemacht, allerdings um nachts Leute zu erschrecken, die bei mir übernachtet haben.

  3. Herr Shhhh
    11. Mai 2005 um 08:37

    Herr Holgi K., nein, natürlich liegt Punkt 6 darin begründet, daß ich die beiden gehasst hab, und unbedingt loswerden wollte. ;-)

  4. Ogi
    11. Mai 2005 um 09:03

    Dein Kater hiess Ogi und Deine Schildkröte Max? Ich könnt’ schrei’n. Wenn ich nicht im Büro wär’.

    O. aka M.

  5. zoso
    11. Mai 2005 um 11:15

    Also Herr Shhhh, da kommt mir vieles sehr bekannt vor, aber dass ist mir hier ja auch schonmal aufgefallen.
    Sagense mal: Sie sind nicht zufällig gay? :-)

  6. Lu
    11. Mai 2005 um 12:43

    herr shhhh, für punkt 7 sag ich *ja.

  7. Herr Shhhh
    11. Mai 2005 um 17:32

    Herr Zoso, ich bin nur 1/4 gay. Die anderen 3/4 kann ich noch nicht einordnen, dafür seh ich mich zu selten.

    Wo ham Sie denn da in den Punkten Gemeinsamkeiten? Der Herr Jochenausberlin hat ja anscheinend auch öfter die Sprengmeisternummer gegeben, aber mich würd mal interessieren, ob’s hier auch so morbide Gestalten gibt, die Sachen mit Stubenfliegen gemacht haben.

  8. MC Winkel
    11. Mai 2005 um 17:33

    Mal mit einem Psychiater über 6, 7 und 10 gesprochen?

  9. Herr Shhhh
    11. Mai 2005 um 18:04

    Nein, dehalb schreib ich das ja hier hin.

  10. zoso
    11. Mai 2005 um 18:05

    Ganz klar, Trockenkatzenfutter essen. Ganz groß.
    Aber auch alle möglichen Puppen per Tütenfallschirm ins Nirvana befördern.
    Fliegensärge aus Lego eher selten, dafür aber Plüschtiere aus Gefangenschaften retten. Was ja ihrem “Friedhof der Kuscheltiere” recht nahe kommt.

  11. partout
    11. Mai 2005 um 18:29

    endlich ergibt alles einen Zusammenhang.

    Sie FREAK Sie…

  12. Herr Shhhh
    11. Mai 2005 um 18:34

    Ich wollte ja morgen noch was darüber schreiben, wie ich als kleiner, nichtsahnender Junge von meiner italienischen Cousine zu unlauteren Handlungen genötigt wurde, aber den Spazz gönn ich Ihnen gezz nich mehr…

  13. zoso
    11. Mai 2005 um 18:42

    Na, kommense. Jetzt aber nicht tuckig werden. Raus damit!

  14. -buck
    11. Mai 2005 um 19:02

    Seien Sie ehrlich, Herr Shhhh: manchmal hatten Sie den Helm vergessen, oder? Das würde zumindest Einiges…
    äh…
    Ich muss weg.

  15. Herr Shhhh
    11. Mai 2005 um 19:17

    Ne, für so ungehobelte Typen hier mach ich hier keine Sexblogsachen rein. Soweit kommt das noch… ;-)

  16. partout
    11. Mai 2005 um 19:37

    Jetzt sein se mal keine zicke, so Gay sindse nun auch wieder nicht. Wenn es Sexstories gibt, wäre ich sogar bereit mir freakshow auf den Arsch tätowieren zu lassen. so wie hier

  17. Herr Shhhh
    11. Mai 2005 um 19:55

    Sie ham’ sich TURBOJUGEND DELLBRÜCK auf’n Arsch tätowieren lassen? Das ist mal richtig gay!

  18. besides
    11. Mai 2005 um 22:24

    in den dunklen 80ern gab’s so schicke geldaufbewahrungsdosen mit schraubverschluss und schnürchen dran zum um den hals hängen. ich hab da gern mal lebendige stubenfliegen reingefangen um zu sehen, wie lang es braucht, bis man fliegenskelett hat…

  19. Dominik Hattrup
    12. Mai 2005 um 03:09

    Guten Tag Herr Shhhh

    Deine Schluesselereignisse haben mich irgendwie gerade an eine Email meines Vaters erinnert. Folgende Zeilen sind bei mir in den Postkasten geflogen:

    >>> Hier ist heute Feiertag (Christi Himmelfahrt) aber es ist wieder ziemlich
    kalt geworden. Gott sei Dank habe ich heute unseren Quakfrosch im Teich
    erwischt (Guenter und ich haben den Teich unter Strom gesetzt, so dass er betaeubt war und ich ihn fangen konnte. Der hat in den letzten Naechten die ganze Nachbarschaft genervt mit seinem lauten Quaken die ganze Nacht.

    Ich lade dich mal auf nen Kaffee ein.

    //psst..war mein erster Eintrag hier. Aber das hier koennte Spass machen. Werde also jetzt vieleicht oefters mal den Kopf aus dem Fenster lehnen. Gruss, Dominik

  20. Herr Shhhh
    12. Mai 2005 um 07:22

    Besides, das ist mal wirklich gemein. Ich mein, ich hab die Tiere ja wenigestens verbuddelt. Aber um den Hals, das hat was sadistisches.

    Herr Hattrup, Gruß an den werten Herrn Papa. Fragen Sie ihn mal, wie viel Volt der da reingeballert hat. Hier im Nebenbüro gibt’s nämlich so ein Aquariumbecken…

    Und: Willkommen zu Hause… ;-)

  21. Jules
    12. Mai 2005 um 09:17

    Ich habe mir als 5 jährige eine ganze Tube väterliche Rheumasalbe aus Langeweile irgendwann nachts um 1 auf den ganzen Körper geschmiert. Das hat vielleicht gebrannt… *so und jetzt steigt se in ihr Auto und heizt in Sejerland*

  22. Maria
    12. Mai 2005 um 10:48

    Ich trau mich gar nicht es zu erzählen aber ich hab mal eine Spitzmaus gefangen, sie in einen Sandkasteneimer gesteckt und, damit meine Mutter sie nicht findet, in meinem Kleiderschrank versteckt. Mir war nicht bewusst, dass Kleiderschränke luftdicht sind :o(

  23. Herr Shhhh
    12. Mai 2005 um 14:45

    Frau Maria, kleiner Tipp: Sie sollten sich nie einen Liebhaber zulegen.

  24. partout
    12. Mai 2005 um 19:00

    Das ist ein Kumpel auf dem Foto, ich hatte nur nichts anderes zur Hand. Was wird denn nun mit den Sexstories?

  25. Dominik
    12. Mai 2005 um 19:43

    Ich weiss nicht, ob es meine Familie irgendwie mit Froeschen hat, aber eines der tiefschneidensten Erlebnisse meiner Kindheit war wohl, als meine Schwester in mein Zimmer gestuermt kamm und den so wundervollen Satz

    “Dominik! Ich habe da gerade einen Frosch kotzen gesehen!”

    losgelassen hat.

  26. whitewashing.de
    13. Mai 2005 um 15:28

    9 essentielle Ereignisse einer nicht ganz normalen Kleinejungenkindheit.

  27. Kunar
    14. Mai 2005 um 14:57

    Wichtiger Unterschied:
    Dellbrück ist ein Stadtteil von Köln.
    Delbrück liegt in der Nähe von Paderborn und hat (laut Aussagen eines Einwohners) ein höheres CDU-Wahlergebnis als Paderborn selbst.

  28. L9
    15. Mai 2005 um 13:45

    Schad ums Lego

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