Wer repariert sowas?

Diese inneren Regungen, dieses Aufzucken, dieses, wie nennt man es gleich noch, dieses Verliebtsein, die Sache mit den Schmetterlingen oder Ratten oder Planeten im Bauch – das hab ich nicht mehr. In jemanden verlieben? Nein. Ich kann nicht sagen, warum das bei mir so ist, ich kann höchstens vage andeuten, wann da was auf der Strecke geblieben ist.

Ich bin nicht emotionslos. Ich kann mich in Dinge verlieben, in Momente, in Musik, in die herausgekotzten Emotionen anderer. Ich hab bei Barfuss geheult, so peinlich das sein mag, weil ich die Idee einer völlig unschuldigen, unvorbelasteten Liebe einfach rührend fand. Aber auf mich selbst kann ich das nicht mehr ummünzen, dafür bin ich zu ramponiert, dafür hab ich schon zu sehr geliebt, aufrichtig und unaufrichtig, dafür weiß ich zumindest für mich selbst, daß das Dinge sind, die so nicht noch mal passieren, und die auch nur passiert sind, weil es keine echten Emotionen, sondern Emotions-Essenzen waren. Konzentrierte Gefühle. Das was übrig bleibt, wenn man die Realität ausschaltet. Wenn man mit dem Verkehrschaos im Bauch völlig vergisst, das drumherum auch noch was ist. Mein Drumherum ist mir in den letzten Jahren bitterlich bewusst geworden. Ein üppiges Drumherum, manchmal buntgefiedert, faszinierend, schrill und laut, manchmal einfach nur morbide und niederschmetternd. Auch Ekelerregend. Deshalb die Sache mit dem Weltekel.

Ich hab mich von diesem Drumherum nicht einwickeln lassen. Ich bin hingestossen worden. Das letzte mal, als ich noch so richtig verliebt war, mit allem drum und dran. Da hab ich mich fast selbst in die Realität prügeln lassen, weil ich bis auf diese idiotischen Schmetterlinge oder Ratten oder Planeten nichts anderes mehr im Bauch hatte. Und erst recht nichts im Kopf. Vielleicht war das einfach zu viel. Zu viel Verliebtsein. Emotional überfressen – so wie die Jungs um Michel Piccoli in “Das große Fressen”. Aber mit mehr Gefühl, nicht mit Essen. Zu viel Burger oder Apfelkuchen mit Sahne oder Mayonnaise, da hat man dann doch irgendwann auch die Schnauze voll von. So ähnlich ist das bei diesen Herzensdingen, bei diesen Sachen, die in der Seele weh tun, auch wenn sie noch so schön sind. Kann ich nicht. Will ich nicht. Mag ich nicht. Keine bewusste Abkehr. Eher ein reflexartigiges Zucken, so wie man bei unvorbereiteren Bauchpieksern zusammenzuckt. Oder bei dem Anblick meiner im Bademantel durch das Treppenhaus tapernden, 87jährigen Nachbarin. Kein richtiger Ekel, eher ein “ich will das nicht sehen”-Gefühl.

Ich hab einen funktionsuntüchtigen Gebrauchtwagen im Bauch. Macht mich das zu einem schlechten Menschen?


 
 
 

36 Kommentare zu “Wer repariert sowas?”

  1. eine,die kannte das auch mal
    25. Oktober 2005 um 13:41

    perhaps, you’ve got to pimp your ride?!
    andererseits,
    …dornröschen ist tot,
    cinderella vierfache mutter und
    schneewittchen auch nur ne frau!
    mein motto:wir kacken auf die prinz(essinn)en;)

  2. Chris
    25. Oktober 2005 um 13:44

    Und wenn es tausendmal gehört wurde, wenn es einfach nur absolut kitschig ist: Wart’s ab, das kommt wieder. Ziemlich sicher. Und glaub mir, ich WEISS es. Es kommt dann, wenn Du es nicht erwartest.

  3. Herr Shhhh.
    25. Oktober 2005 um 14:06

    Ich hab nicht gesagt, daß ich was vermisse…

  4. Chris
    25. Oktober 2005 um 14:08

    Nihilist! ;-)

  5. Herr Shhhh.
    25. Oktober 2005 um 14:09

    Oder so. ;-)

  6. Chris
    25. Oktober 2005 um 14:12

    Es kommt auch wieder, wenn man’s nicht vermisst, möchte ich noch hinzufügen…

  7. Herr Shhhh.
    25. Oktober 2005 um 14:23

    Das zweifle ich auch nicht an. Ich wunder mich nur darüber, daß es Menschen gibt, die das anscheinend nicht kennen. Das mit dem Gebrauchtwagen.

  8. Tino
    25. Oktober 2005 um 15:13

    Auch ein Gebrauchtwagen wird früher oder später ausgetauscht. Ob nun Ratten oder Planeten, Fische, Schmetterlinge oder einfach nur Magenverstimmung…
    Es bewegt einen die Welt einmal mehr anders zu sehen. Was will man mehr? Kalte Tage sind auf ein mal gefundenes Ambiente für Stunden zu zweit, Herbstlaub der Spaß schlecht hin beim Spazieren und so wie so: das Schönste auf Welt sind Unruhestifter im Magendarmtrakt. Da muss man durch.

    Viel schlimmer empfinde ich das Gestehen der Grummeleien und der damit verbundene Akt des Authens, Bangen und Hoffens, das Enttäuschtwerden und ein Neubeginn.
    Ein Kreislauf der seines Gleichen sucht.

  9. Chris
    25. Oktober 2005 um 15:37

    @Herr Shhh: Sie meinen hoffentlich nicht mich!? Nur weil ich steif und fest behaupte, dass es wiederkommt, heisst ja nicht, dass ich es nicht kenne, oder haben Sie das etwa so verstanden? Ich kenne das Gefühl leider nur zu gut, aber es gibt ja zum Glück das eine oder andere, was im Falle des Abhandenseins derartiger Gefühlszustände Linderung in der Not verschafft: Parties, Alkohol, Arbeit, etc.

  10. iZu
    25. Oktober 2005 um 16:01

    vielleicht ein guter Ologe der Psyche ;)

  11. Herr Shhhh.
    25. Oktober 2005 um 16:06

    Herr Chris, keine Angst, ich meinte nicht explizit Sie, ich wollte nur anmerken, daß ich nicht grundlos solche Emo-Sachen hier ins Blog packe.

  12. mo
    25. Oktober 2005 um 17:58

    nur nicht vor selbstmitleid zerfliessen… wenn man sich verliebt, kann man das eh nicht ausschalten, wie ne lampe! wenns so waere, waer das leben ganz schön öde, und man lebt nur einmal!

  13. Herr Shhhh.
    25. Oktober 2005 um 18:25

    Achtung, Herr Shhhh gibt was zu:

    Ich seh mich hier immer ein wenig mit Verständnisproblemen konfrontiert: Der Text da oben ist in keinster Weise jammerig oder selbtsmitleidig gemeint, sondern einfach nur eine Erklärung – mir selbst und einigen anderen Menschen gegenüber, die sich über mein Verhalten wundern.

    Ich gebe ja zu, daß man sich so kurz vor Weihnachten ganz klischeehaft auch manchmal nach Zweisamkeit sehnt, aber ehrlich gesagt hab ich die letzten 12 Jahre nichts anderes als Beziehungen geführt, und im Moment bin ich wirklich froh darüber, ein Stück weit autark und alleine zu sein, und es auch mal geschafft zu haben, länger als 6 Monate ohne “Anhang” auszukommen – es sind im Moment sogar ganze 11 Monate, wenn man genau nachrechnet. Natürlich sind da die Momente, wo man sich wünscht es sei anders. Aber unter’m Strich bin ich zufrieden. Meine Band funktiniert, mein Job läuft halbwegs flüssig, ich hab in den letzten Monaten verdammt viel Spaß mit verdammt großartigen Menschen gehabt, und das hat mir in den letzten Jahren sogar eher gefehlt, als mir jetzt eine Beziehung fehlen würde.

    So, und jetzt genug Emo-Geseier. Ich muß mich um das nahende Popstardom kümmern. Schließlich verspreche ich hier schon seit einem Jahr, daß les mercredis endlich ein Album rausbringen, und jetzt geht das Ding auch endlich mal in die Pressung. Das ist im Moment weitaus wichtiger als Grönemeyers Flugzeuge. Wenn ich derzeit in irgendwas verliebt bin, dann in dieses verdammte Master, das ich heute in der Post hatte.

  14. DArk Walter
    25. Oktober 2005 um 18:27

    Bis letzten Samstag ging es mir gleich, auf dem Parkplatz wurde mir dann bewusst das ich bei meinem alten Gebrauchtwagen hätte bleiben sollen…

  15. mo
    25. Oktober 2005 um 18:55

    ach na dann. dachte schon, die volle schlaftablettenpackung liegt in der nähe. dann hoffe ich mal, das deine freunde das auch alles lesen. Trotzdem doof, wenn man wegen selbstauferlegter schranken an guten sachen vorbeirennt. schmetterlinge im bauch sind immer schön und sollte man immer geniessen, auch wenns nicht immer klappt!!

  16. Der Mann aus dem Plattenladen.
    25. Oktober 2005 um 19:23

    Sorry, muss mal sein. ;) Hehe … Chris Martin repariert das…singt er zumindest:

    When you try your best but you don’t succeed
    When you get what you want but not what you need
    When you feel so tired but you can’t sleep
    Stuck in reverse

    And the tears come streaming down your face
    When you lose something you can’t replace
    When you love someone but it goes to waste
    Could it be worse?

    Lights will guide you home
    And ignite your bones
    And I will try to fix you

    And high up above or down below
    When you’re too in love to let it go
    But if you never try you’ll never know
    Just what you’re worth

    Lights will guide you home
    And ignite your bones
    I will try to fix you

    Tears stream down your face
    When you lose something you cannot replace
    Tears stream down your face
    And I

    Tears stream down your face
    I promise you I will learn from my mistakes
    Tears stream down your face
    And I

    Lights will guide you home
    And ignite your bones
    And I will try to fix you.

  17. Ralf
    25. Oktober 2005 um 19:24

    “Ich wunder mich nur darüber, daß es Menschen gibt, die das anscheinend nicht kennen. Das mit dem Gebrauchtwagen.”

    Klar gibt es die. Aber man spricht nicht darüber. Denn tut man es, wird man wie ein Emotionsbehinderter behandelt. Ein wenig Mitleid, ein paar tröstende Worte und ein mitleidsvolles “Wasn los mit dir?” Um Gottes Willen dann bloss nicht mit “Nichts. Nein ehrlich nicht. Mir gehts gut” antworten.
    Es gibt Dinge und Zustände in unserer Gesellschaft, die anders sind. Das die Gesellschaft nicht in der Lage ist es zu akzeptieren das sie anders sind, ist traurig aber wahr. Mein zweitliebster Satz nach “Auch du wirst noch eine/n finden. Glaubs mir. Meistens dann wenn du nicht mehr damit rechnest…” kommt direkt nach dem gloreichen Satz “Wie du trinkst kein Alkohol? Auch kein Bier? Hat der Arzt dir das verboten? Bist du krank?”
    Ja ne ist klar. Der Arzt hat mir den Alkohol verboten und der Psychologe hat gesagt, ich soll innerlich abstumpfen um mich nicht selber zu verletzen.
    Beides zwei völlig bescheuerte Antworten die absolut nicht stimmen. Aber sie machen das Leben in manchen Situationen extrem einfacher.

    Nächste Woche sprechen wir dann über passende Antworten für:
    “Wie du feierst kein Weihnachten? Auch an Ostern nicht?”

    PS:
    Da man mir mehr als einmal gedroht hat das ich mich unsterblich verlieben werde wenn ich am wenigsten damit rechne, verliebe ich mich einfach in alles und jeden von jetzt auf gleich. Selbst in meine 90 jährige Nachbarin wenn sie verwirrt im Bademantel im Treppenhaus auf und ab läuft.
    Ich rechne täglich damit das ich mich unsterblich verliebe und DIE Frau meines Lebens gleich morgen in der Kassenschlange vom Aldi treffe.
    Da mir aber alle Kirmeswahrsager dieser Welt prophezeit haben das ich mich erst dann unsterblich verliebe wenn ich nicht damit rechne, kann ich so mit umgekehrter Logik mein Leben ganz prima steuern.

    Blöd nur das es mit Lottogewinnen nicht klappt. Ich rechne nie damit etwas zu gewinnen. Und ich gewinnen auch nichts. Mist.

  18. M.
    26. Oktober 2005 um 09:39

    da muss gar nix repariert werden.
    und von windigen ‘ins ohr flüsterern/flüsterinnen’ sollte man sich auch nix aufschwatzen lassen.
    so.

  19. einbecker
    26. Oktober 2005 um 11:24

    Ja, sehr wahr, was Herr Shhhh da sagt. Großartigst sind die Personen, die einen dann auch noch ganz mitleidig, nach mindenst vier Flaschen Bier danach fragen, ob es einem auch wirklich gutginge so.

    Was die Mercredis angeht: Gibts das dann auch auf Vinyl? Ich will meine auferlegte Selbstkasteihung ja ungern unterbrechen, auch wenn ich es für Sie selbtverfreilich tun würde. </Vorfreude>

  20. Herr Shhhh.
    26. Oktober 2005 um 11:56

    Herr Einbecker, Vinyl leider ersma nicht, da wir eine hohe Auflage an CDs pressen lassen. Wenn da die erste Knete von reinkommt, gibt es sicherlich irgendwann ‘ne 10″, aber vorher können wir das nicht finanzieren…

  21. -iss gutt?
    26. Oktober 2005 um 11:57

    kenne das mit den gebrauchtwagen.
    meiner ist allerdings insofern untuechtig, als dass er in unterschiedlichen intervallen und ziemlich unbeeinflussbar mal faehrt und mal nicht.
    glaube, er hat einen wackelkontakt.

    im einen moment bin ich so verliebt, wie noch nie zu vor.
    rede mir das nicht bloss ein, es ist tatsaechlich so.
    dann entpuppt sich mein gebrauchtwagen als supersportwagen, luxusliner, rollende festung, agiler kurvenjaeger, alles in einem, je nach bedarf.

    ..und dann veraendert sich ein winziges detail, vollkommen egal was, der wagen stottert, die anzeigen spielen verrueckt, der motor geht aus.
    der wagen steht und sieht nicht so aus, als waere er je gefahren.
    und er ist auf einmal nur noch ein etwas angeschranzter, wenn auch praktischer alter kombi mit fleckigem lack und halbplatten reifen, der dummerweise keinen tuev mehr hat.
    gaehn.

    liegt das an mir?
    oder ist das der welt, in der ich aufgewachsen bin, anzulasten?

    vielleicht habe ich einfach eine spezielle form von ads.
    vielleicht bin ich auch einfach nur manisch-depressiv.
    -entschuldigen sie mich bitte, gehe mich mal kurz umbringen.

    ..andererseits ist es auch schon oft vorgekommen, dass ich mich, aehnlich ralf, von moment zu moment in ganz unterschiedliche dinge verliebt habe.
    allerdings so sehr, dass es mir in bezeichnetem moment dann voellig unklar war, wie ich je ohne eben dieses ueberlieben konnte.
    ich verliebe mich, sozusagen, unsterblich, fuer die ewigkeit.
    aber es waehrt nur den moment.

    irgendwie erkenne ich hier analogien zu gewissen inszenierungen, ob nun auf der buehne, dem laufsteg, dem autosalon, der kleinen privaten vernissage, unserem warm laechelnden zwischenmenschlichen theaterspiel der gegenseitigen unbekanntheit.
    alles ist dort fuer den moment gezaubert, alles ist endlich, nichts von ewigkeit, alles veraendert sich. und das ist wunderschoen. wunderschoen morbide.

    [ja, das gefaellt mir.
    kann schliesslich nicht wirklich sehen, wohin mich meine schritte fuehren.
    plaene, die mehr als den naechsten schritt beinhalten, sind bloss zeitvertreib, aber kaum sinnvoll.]

    diesen fragilen gedanken aber festzuhalten bedeutet gleichsam, die finger um ihn zu schliessen und so gefahr zu laufen, ihn zu zerdruecken.
    eben dass passiert, wenn sich besagtes detail veraendert.
    dann schmeckt die vorfuehrung schal, die mimen unecht, die kreateure wirklichkeitsfremd, ihr lachen schrill.

    hiervon ausgehend muss ich mich natuerlich fragen, ob ich ueberhaupt noch faehig waere, mich im klassischen sinne unsterblich zu verlieben.

    womit wir wieder beim anfangspunkt dieser diskussion waeren:
    auch ich habe in bewusster gegend einen gebrauchtwagen.
    und oft habe ich gar keine lust zu einem startversuch, da ich nicht weiss, ob der wagen so will wie ich.

    ich fuehle mich heute ziemlich e.t.a. hoffmann.

  22. einbecker
    26. Oktober 2005 um 16:28

    Das heißt, wenn ich ne CD kaufe, komme ich auch schneller an die 10″? Abgemacht!

  23. Bonsai
    26. Oktober 2005 um 18:16

    Gesetzt den Fall, das alles wäre dermaßen dramatisch, wie es immer dargestellt wird, würde ich jetzt ein weinerliches Kommentar ablassen, aber all diese “Liebe und der Beziehungskram” dieser Gesellschaft wird ungemein überberwertet.
    Romanzen, Schnulzen, LIebesfilme etc., in denen am Ende nicht wenigstens das Happy End versaut wird, indem einer der beiden Gefundenen erschossen wird, lohnen des Anschauens nur, um sich vor Augen zu halten, inwiefern diese Gesellschaft der trauernden Sucht nach Liebe un Zuneigung hinterhängt, ohne sich auch um andere “wichtige” Dinge zu kümmern.
    Dieses Gefühl des rostigen Jeeps im Magen, in dem keine Schmetterlinge oder sonstigesmehr fliegen, ist allgemein der Fall, wenn man sich überliebt hat. Sich ständig verantwortlich für eine zweite Person in seiner Umgebung zu fühlen, kann auf Dauer sehr stressig werden, deswegen empfehle ich von Herzen, diesen weitaus positiv anzusehenden und angenehmen Gefühlszustand beizubehalten und graturliere dazu, dies endlich einmal ausgesprochen zu haben. Sie haben Mut Herr Shhh oder ein Verständnisdefiziet.
    Wünsche noch eine schöne Zeit wie die vergangenen 11 Monate, lassen Sie sich nicht beirren.

    MfG, Bonsai.

  24. myk
    27. Oktober 2005 um 13:36

    Ich will auch ´ne 10″. Bittebitte…

  25. -iss gutt?
    27. Oktober 2005 um 15:03

    wo wir gerade von musik sprechen: eben holte ich mein original bootleg (und ich meine das so) von elvideo aus der post!
    direkt aus copenhagen zu mir nach hause.
    nette daenen mit guter musik in den schuhen..
    kewl.

  26. Klappstuhl
    28. Oktober 2005 um 20:06

    Das Gefühl kenn ich, bei mir klapperts auch nur noch im Magen…

    Am schnellsten gehts ja wenn man niemanden sucht, dann läuft man meist genau der richtigen über den Weg. Was soll’s: Ich hab ja noch Zeit. Reichlich.

  27. Der Marc
    31. Oktober 2005 um 14:36

    …ihr redet hier alle ja so, als wenn man nichts gegen den Schrottwagen/Luxuswagen in eurem Magen tun könntet - und das erschreckt mich doch sehr.
    Es gibt viele Leute die ich kenne, die sagen, dass sie nichts für ihre Gefühle können (habe gerade schmerzliche Erfahrungen damit gemacht und bin mit meinem Sportwagen sozusagen von einer tiefen Klippe gefahren). Aber seid es nicht ihr selber, die eurer Leben und somit auch eure Gefühle kontrollieren könnt?

    Ich rede jetzt nicht von den Pheromon-gesteuerten Tieren die in einem Hausen, sondern eher von Gefühlen anderen Menschen gegenüber. Um das Wort das hier anscheinend strickt vermieden wird mal zu sagen: “Liebe”

    Ist dieses Auto in Euch nicht auch Ansichtssache? Oder bilde ich mir das ein?
    Weil wenn das wirklich so ist, dann ist dieses Auto/das innere Ich dem Zufall überlassen (oder äusseren Faktoren die diesen bestimmen). Und das würde mir Angst machen. Und daran glaube ich nicht. Genausowenig wie an einen Lottogewinn… Oder ist daran meine leicht/lockere Ansichtsweise der Jugend schuld?

  28. -iss gutt?
    31. Oktober 2005 um 22:48

    lieber marc mit c.

    -liebe?
    das ist ein wort mit fuenf buchstaben, von denen weniger als die haelfte konsonanten sind.
    klingt nicht nach sehr viel, wenn man sich das obenstehende mal genauer durchliest, damit hast du wohl recht.
    davon abgesehen empfinde ich, der syntax des herrn shhhh folgend, bei diesem wort reinen wortekel, eben weil es viel zu oft verwendet wird.
    [wtf ist liebe ueberhaupt?
    nur hormone?
    blosse selbstverarschung mit dem zwecke der fortpflanzung?
    ist dann doch liebe=sex?
    alles fragen, die bereits buecher fuellen und meiner meinung nach nur individuell beantwortet werden koennen.]
    aber nennen wir es mal ruhig weiter so.

    was liebe genau fuer einen bedeutet, haengt sicherlich von der persoenlichen lebenseinstellung, der stimmungslage und der juengeren vergangenheit ab.
    und von diversen aeusseren faktoren.
    insgesamt ist sie nicht

    a) vorherzubestimmen.
    b) mir mittlerweile egal.
    c) die wahrscheinlichkeit, dass ich meine meinung nochmal aendere, ist hoch. aber ob und wann das passiert, kann ich nicht sagen.
    d) auch das ist mir mittlerweile egal.

    nennt mich don johnston.
    davon abgesehen muss dich nicht erschrecken, dass sich hier ein paar leute gefunden haben, die oeffentlichen proklamieren, dass sie gebrauchtwagen in den baeuchen haben.
    erschrick lieber vor dem eigenen spiegelbild nach einer durchfeierten nacht.
    das ist wirklich schrecklich.

    ps: meintest du “von einer hohen klippe gestuerzt”?

  29. Der Marc
    1. November 2005 um 15:23

    Ich glaube ich habe den Ekel vor dieser Syntax schon verstanden gehabt. Es ging mir nur darum, dass man hier so tut als wenn man den Gebrauchtwagen tun kann und das hier ein gewisser Hang zum “akzeptieren der Tatsachen” besteht.
    Für mich sind Tatsachen nichts anderes als Sachen die durch Äusseres wirken und Tätigkeit verändert werden können.
    OK.Beschränken wir uns auf den Gebrauchtwagen und lassen das Wort “Liebe” aus dem Spiel-aus den eben von Dir (du dut’st mich doch auch ;) ) genannten Gründen.
    Und wie Du selber sagst hat es was mit den Äusseren Faktoren, der Vergangenheit und der inneren Einstellung zu tun. Und diese ist jedem für sich selber zugänglich.
    So war meine Aussage gemeint.

    Zu Deiner Frage:
    Ich bin sozusagen zu gerne und zu viel in diesem Wagen gefahren, ohne dabei zu merken, dass diesem die Bremsflüssigkeit auslief. (Muss dazu auch sagen, dass der Saboteur sich ausserordentlich Unbemerkt verhalten hat). Oder war das ein Korrekturvorschlag, weil der Wagen ja IN meinem Magen ist? OK, dann bin ich zusammen inklusive schwerem Mageninhalt von einer tiefen Klippe gestürzt :)

  30. -iss gutt?
    1. November 2005 um 22:17

    lieber marc mit c,
    ich verweise bezueglich meiner fragen nur auf punkt b) und d) der vorangegagenen aussage. ich habe keinerlei fragen mehr, oder bessergesagt kein interesse daran, unbedingt nach antworten zu suchen.
    ich akzeptiere die tatsachen auch nicht, sie sind mir so egal, dass ich da momentan nicht weiter drueber nachdenke (das ist ein unterschied).
    das habe ich schon zu oft zu lange getan.
    ohne, dass es was bewirkt haette, nebenbei.
    -du magst ja in einen tiefen abgrund hinabstuerzen, aber nur von einer hohen klippe.
    ich habe hier nicht den zusammenhang oder die aussage infrage gestellt, sondern vielmehr die unlogik des ausdrucks.
    oder versuchst du dich hier bewusst an einem oxymoron?
    good fight, good night.
    deine tante a.

  31. Der Marc
    2. November 2005 um 16:57

    Ich würde sagen, dass ich mich verschrieben habe. Aber da du mir den Strohhalm anbietest meinen (tatsächlich sinnlosen) Satz in ein Oxymoron zu verwandeln, dann nehme ich den doch glatt an. Warum ist dir deine eigene Gefühlswelt denn egal? Wenn ich das richtig verstanden habe, dann interessiert dich dein Mageninhalt nur nochn “dreck”. Bloß warum? Oder reden wir gerade aneinander vorbei?

  32. Der Marc
    2. November 2005 um 16:59

    Achja-warum unterstreichst du das “C” in meinem Namen immer? Und warum bist du meine Tante? =)

  33. -iss gutt?
    2. November 2005 um 23:22

    lieber ['ma:k] mit ['tse]

    dass ich eben dieses hervorhebe, hat lediglich damit zu tun, dass sich stephans mit ph, phillips mit doppell-l und eben marcs mit c in der minderheit befinden.
    und auf minderheiten wird ja immer mit dem finger gezeigt.
    deine tante bin ich natuerlich nicht wirklich, alter scherzkeks.
    aber ab und zu komme ich mir sehr ende sechzig mit haaren auf den zaehnen vor.

    zu deiner frage.
    meine gefuehlswelt ist mir nicht egal.
    sie ist mir nur egal.
    (klingt komisch, issaber so.)
    ich finde die heutigen neuwagenvorstellungen absolut zehn katzen*, das derzeitige design stark ueberschaetzt und habe momentan einfach spontanes desinteresse an aktuellen autos.

    nochmal ohne metapher: ich habe gerade keine lust, mich zu verlieben.
    bin auch nicht frisch verletzt worden, liebeskummer oder beziehungsangst sind nicht der grund.
    nein, ich habe nicht nur keine lust auf beziehung, sondern ueberhaupt keine lust auf, hm, ['li:bə] im allgemeinen (und im speziellen, weil dieser begriff zum blossen wort verkommen ist).
    der grund fuerdiese einstellung ist vielleicht eher traegheit und akuter unwillen.
    deshalb don johnston.
    (wenn dir das nix sagt, sieh dir broken flowers an, im gehaltvollen kino gleich um die ecke.)

    damit du dir jetzt keine sorgen um mich machst, scheisse schlaefst und dir morgen beim morgenpipi aus muedigkeit und voelliger nervositaet auf die neue pyjamahose pullerst, teile ich dir noch mit, dass ich nicht akut suizidgefaehrdet bin.

    meine dosis zwischenmenschlicher naehe bekomme ich durch ganz exquisite freunde.
    und um deines seelenfriedens willen: wie bereits angedeutet, ist die wahrscheinlichkeit gross, dass das moment, das die welt auf mich erzeugt, die tragheit in mir ueberwindet.
    punkt.

    deine tante lili

    *bevor du fragst: das ist slang fuer “brechreizerregend”.
    wenn man es nuschelt, klingt es sogar aehnlich.

  34. gamine
    3. November 2005 um 07:52

    verlieben kann man vielleicht nicht kontrollieren, das ist ne hormonelle angelegenheit und ziemlich spassig. der hormonwirbel in einem gibt doch diverse kicks. was aber die wunden hinterlässt und einem ausbrennt ist die unfähigkeit eine beziehung zu führen. das hat uns keiner gelernt. und das tut weh und gibt narben und bitterness. wie respektiere ich den anderen so wie er ist. wie vertraue ich ihm. wie lasse ich ihm den benötigten freiraum. wie kümmere ich mich um ihn. wie lachen wir über den ganzen zirkus zusammen. und warum vermisse ich ihn, obwohl ich ja gemerkt hab es klappt nicht zwischen uns.

  35. Der Marc
    3. November 2005 um 21:42

    Meine Inkontinenzausbrüche haben wohl eher was mit meinem Figer zu tun, der mir im Schöaf in wamres Wasser gelegt wurde, als dem Speichel einer “gefühlten” Ende 40 Jahre alten Tante von mir, der mir bei ihren Welterklärungen um die Ohren fliegt.
    Ausserdem mach ich mir selten Sorgen um Menschen, die mich ned richtig ernst nehmen ;)

  36. -iss gutt?
    4. November 2005 um 20:36

    lieber marc mit c,

    das finde ich schoen, dass du kein lullul mehr ins bett machst, ausser wenn dir jemand mit doofen bundeswehrschabernacken kommt.
    ich schreibe mit tinte, nicht mit speichel.
    speichel kann man so schlecht lesen, wenn er trocken ist, weisst du?

    ich haette mich mit der erklaerung meiner welt gerne zurueckgehalten, aber du hast ja gefragt, mein junge.
    insofern bist du irgendwo selbst schuld.

    im uebrigen sind das alles nur lachfalten und ich bin nicht mal im entferntesten so alt, wie du schaetzt.
    ausserdem nehme ich dich sehr wohl ernst, sonst waere ich ja schliesslich nicht

    deine tante wilma

Kommentar abgeben: